Klimaänderungen 


Klimaänderungen ist ein Begriff, mit dem wir gewohnt sind umzugehen. Wir hören von Überschwemmungen in Asien und Orkanen in den USA. Was aber geschieht in Norwegen? Merken wir etwas von den Klimaänderungen, und, falls ja, welche Folgen werden sie für das Wildrentier haben?

Der UNO-Klimarat ist davon überzeugt, dass wir großen Herausforderungen, durch Klimaänderungen bedingt, gegenüber stehen. Die Klimaexperten sind der Meinung, dass die Änderungen ein Ansteigen der Temperaturen und extreme Wetterbedingungen verursachen werden. Sie können auch Konsequenzen für das Wildrentier im norwegischen Gebirge haben.

 

Die Eigenschaften des Schnees, Eises sowie die Schneemengen werden sich als Folge der Klimaänderungen ändern. Mildere Winter mit mehr Niederschlag in Form von Schnee im Hochgebirge werden zu einer Verdichtung des Schnees führen und die Gefahr der Vereisung der Weiden wird ebenfalls zunehmen. Für das Wildrentier bedeutet dies, dass die Winterweiden sich in einzelnen Gebieten wesentlich verschlechtern werden.

 

Varmere sommere fører til økt nedsmelting av is- og snøbreer i fjellet. Dette er viktige områder for villreinen om sommeren hvor den kan avkjøle seg og komme seg vekk fra insektplager. Reduserte is- og snøbreer i fjellet fører dermed til økte forstyrrelser og stress for villreinen.

 

Wärmere Sommer werden ein zunehmendes Abschmelzen der Eis- und Schneegletscher in den Bergen zur Folge haben. Dies sind wichtige Gebiete für das Wildrentier, weil es sich hier abkühlen und den Insekten entkommen kann. Reduzierte Eis- und Schneegletscher in den Bergen werden daher Störungen und eine Belastung des Wildrentiers bedingen:

 

Wärmere Sommer werden außerdem Insekten und anderen Parasiten, die vom Wildrentier leben, bessere Lebensbedingungen gewähren. In den letzten Jahren haben wir eine Zunahme an Erkrankungen von sowohl Hirschen als auch Moschusochsen registriert. Diese Erkrankungen werden von Insekten oder Bakterien verursacht, die sich schneller in wärmerem und feuchterem Klima vermehren. Ein Beispiel dafür ist der Ausbruch von Lungenentzündung im Stamm der Moschusochsen im Dovrefjell. Das Veterinärinstitut ist zu dem Schluss gekommen, dass dieser Krankheitsausbruch bei den Moschusochsen eine Folge des extrem warmen und feuchten Sommers ist, und dass dies auch für das Wildrentier ein Problem sei.

 

 Arktische Tierarten wie Moschusochse und Wildrentier sind den äußerst unfreundlichen Bedingungen angepasst – sie leben am Rande dessen, was möglich ist. Selbst geringere Änderungen der Lebensbedingungen können große Auswirkungen auf die Überlebensfähigkeit dieser Tiere haben. Aus dem Maß, in dem Krankheiten bei diesen Tierarten zunehmen werden, wenn das Klima sich erwärmt, kann man auch Schlüsse ziehen für das Gleichgewicht zwischen Erkrankung und Überleben anderer Arten. In dieser Beziehung wird der gut überwachte Moschusochsenstamm im Dovrefjell ein Modell dafür, wie Klimaänderungen auf die Überlebensfähigkeit von an Kälte angepassten Tieren einwirken.

Das Wildrentier und Klimaänderungen
In einem Artikel in dem Magazin Villreinen 2008 hat der Forscher des Norwegischen Instituts für Naturforschung, Olav Strand, folgende Aufstellung darüber, wie eventuelle zukünftige Klimaänderungen das Wildrentier in Norwegen beeinträchtigen können, ausgearbeitet:

Falls die zukünftigen Klimaänderungen eine Verschlechterung der Weidebedingungen mit sich führen sollten, können wir daraus schließen, dass das Wildrentier einen größeren Bedarf haben wird, sich zwischen verschiedenen Weide- und anderen Gebieten zu bewegen. Dies bedeutet, dass das Wanderverhalten des Wildrentiers in Zukunft von ausschlaggebender Bedeutung sein wird.

Moschusochse, der in der Sommerwärme schnaubt. Video auf der Webseite des Veterinärinstituts

Moschusochse, der in der Sommerwärme schnaubt. Video auf der Webseite des Veterinärinstituts