Jagd in Norwegen


Jedes Jahr werden zwischen 4000 und 5000 Wildrentiere erlegt. Die Zahl variiert im Takt mit den Bestandszahlen in den Wildrentiergebieten. Warum jedoch wird die Jagd auf das Wildrentier freigegeben?

Kulturträger

Die Jagd ist ein wichtiger Faktor bei der Regulierung der Bestände. Darüber hinaus sind die Jagd und der Jäger bedeutende Träger einer alten Kultur - der Jagdkultur. Die Jäger von heute brauchen nicht das Fleisch zum Überleben. Für viele ist das Wildfleisch allerdings eine willkommene Abwechslung in der norwegischen Küche.

 

Zahlen des Statistischen Zentralamts (SSB) zufolge sind es jährlich zwischen 8-9 000, die Jagd auf das Wildrentier machen. Warum sind es so viele, die auf Jagd gehen? Die meisten gehen auf Rentierjagd aus verschiedenen Gründen – um von den Ressourcen der Natur zu ernten sowie zur Rekreation, sportlichen Betätigung, Spannung und zum sozialen Beisammensein mit Freunden. Diese Gründe zusammen mit der Regulierung der Bestände machen die Jagd so wichtig für die Ausübenden und die Gemeinschaften, die von der Jagd und deren Ausübung geprägt werden.

Ist die Jagd eine notwendige Methode der Nahrungsbeschaffung?

Die Menschen haben seit mehreren 10 000 Jahren Jagd auf das Wildrentier gemacht. Das Rentier ist wichtig sowohl als Nahrungsressource als auch für die Besiedlung Norwegens gewesen. In früheren Zeiten wurde das Wildrentier mit Pfeil und Bogen erlegt und in Fanggruben und Massenfanganlagen gefangen. Heute führen wir die Nutzung des Wildrentiers durch eine aktive Ausübung der Jagd weiter. Die Jagd ist die Hauptursache der Verringerung der Bestände an Wildrentieren in Norwegen. Dadurch sollen die Bestände in den einzelnen Wildrentiergebieten reguliert werden, damit sie nicht größer werden als es das vorhandene Weideland zulässt.

 

Das Wildrentier lebt von Gras, Kräutern und Flechten. Diese Pflanzenarten bilden eine äußerst karge Nahrungsgrundlage, die der Gefahr der Überweidung ausgesetzt sind. Es gibt nur wenig Raubiere, die das Rentier bedrohen, die Lebensräume des Rentiers allerdings sind eingeschränkt. Straßen, Hüttengebiete und menschliche Aktivitäten sind die Ursache der Fragmentierung der Lebensräume. Um Überweidung zu vermeiden und die Wildrentierbestände relativ stabil zu halten, wird jedes Jahr eine gewisse Zahl an Wildrentieren erlegt. Damit verhindern wir größere Schwankungen in den Beständen und die damit einhergehenden Schwankungen bei dem Zugang zu Weideland. Die Verwaltung des Wildrentiers trägt dazu bei, das Ökosystem im Hochgebirge zu erhalten und große ökologische Katastrophen zu verhindern.