Gefahren


Das Wildrentier lebt in einer von Extremen geprägten Umwelt. Der Winter bietet große Herausforderungen wie Schnee, Eis, Wind und extreme Kälte, während die Tiere im Sommer hohen Temperaturen, Feuchtigkeit und Insekten ausgesetzt sind. Um in dieser Umwelt zu überleben zu können, muss sich das Wildrentier im Hinblick auf Physiologie, Herdenverhalten und Lebensraumnutzung extrem anpassen.

Wir behaupten oft, dass das Wildrentier mit sehr wenig auskommen muss. Dies bedeutet, dass nur sehr wenig geschehen muss, bevor das Wildrentier so gestört wird, dass seine physische Verfassung und seine Fortpflanzung in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei ständigen Störungen wird die Zeit, die es zum Äsen verwendet, reduziert, was wiederum einen Gewichtsverlust des Tieres bedingt. Das Wildrentier wird somit mehr unter dem rauen Klima leiden. Darüber hinaus kann dadurch der Fortpflanzungszyklus beeinträchtigt werden, was wiederum eine spätere Geburt der Kälber zur Folge haben kann. Ihre Weidesaison vor Einbruch des nächsten Winters wird verkürzt und die neugeborenen Kälber haben weniger Zeit, sich die Fettreserven zuzulegen, die sie benötigen, um den Winter zu überleben.

 

Vor 100 Jahren war das Wildrentier in Norwegen von der Ausrottung bedroht aufgrund von übermäßiger Bejagung. Schonzeiten und eine stets strengere Regulierung der Jagd haben zu einer allmählichen Vermehrung der Bestände beigetragen.

 

Heute hingegen ist das Wildrentier anderen, jedoch gleichermaßen ernsthaften Gefahren ausgesetzt. Die ernsthafteste Gefahr heute besteht in der Einschränkung seines Lebensraums. Eine weitere große, allerdings weniger kalkulierbare Gefahr stellen die Klimaänderungen dar.